Die Mombacher Prinzengarde im Wandel der Zeit

Vorgeschichte

Wie alles wachsen muss und erst zur bestimmten Zeit reif wird, so ging es auch mit der Fassenacht. Narren gab es seit Menschengedenken, sie sind schon im grauen Altertum verbürgt. Reges Fassenachtstreiben ist aus dem Mittelalter überliefert, jedoch mit verschiedenen Hintergründen.

Der moderne, organisierte Carneval entwickelte sich erst richtig im neunzehnten Jahrhundert. So wird aus Köln berichtet, dass erstmals im Jahre 1824 ein organisierter Carnevalsumzug veranstaltet wurde. Es dauerte noch einige Jahre bis sich in Mainz lebhaftes Fassenachtstreiben entwickelte.

Im Jahre 1837 schaffte es der Mainzer Kaufmann Nikolaus Krieger die durch die Stadt ziehenden närrischen Gruppen zusammenzuführen, um den ersten organisierten Fassenachtsumzug, den sogenannten "Krähwinklerzug" zu veranstalten. Gleichzeitig marschierte die Mainzer Ranzengarde in die Carnevalsgeschichte ein.

Am 19. Januar 1838 begründetet Krieger und einige Mainzer Bürger den Mainzer Carneval Verein" (MCV).

Es vergingen noch einige Jahre bis sich in unserer, damals noch selbständigen Gemeinde, die Narren zu Wort meldeten.

Fassenacht in Mombach

Während der Amtszeit von Bürgermeister Heim (1874 - 1896) regten sich in Mombach's Kneipen an den Stammtischen frohgestimmte Menschen und begannen, närrische Possen zu treiben. Die ersten Hinweise auf vereinsaktive Fassenacht in Mombach waren im Jahr 1882 zu erkennen. Erstmals trat ein Carneval-Verein in Erscheinung namens "Rheinhallesen". Das Mombacher Carnevalsgeschehen hatte damit seinen Anfang gefunden. Irgendwann im Jahre 1886 schlug dann die Geburtsstunde des "Mombacher Carneval Vereins". Nachdem dieser die Arbeit aufgenommen hatte, wurde gleich über die Gründung einer Garde nachgedacht. Es ist anzunehmen, dass die Gründer des Mombacher Carneval Vereins auch die Gründung der Garde vollzogen. Die Garde erhielt den Namen "Garde des Mombacher Carneval Vereins 1886" (ab 1927 Mombacher Prinzengarde).

Gardist

Das bisher wohl noch älteste Dokument - eine Federzeichnung von Peter Schüler - zeigt einen Gardisten. Das Bild ist wie folgt beschriftet: Garde beim ersten Carnevalsumzug 1887 des Mombacher Carneval Vereins (die Originalfederzeichnung wurde 1975 dem Mainzer Fassenachtsmuseum zur Verfügung gestellt).

Das Kommando der Garde führte ab 1886 Peter Schüler. Aufgabe der Garde war es ab Gründung die närrischen Minister bei den Sitzungen zu beschützen und dafür zu sorgen, dass die nötige Munition (in flüssiger Form) genügend vorhanden war. Auch sollte mit den bunten Uniformen die Mombacher Straßenfassenacht belebt werden. So fand der erste Fassenachtsumzug bereits im Jahre 1887 statt. Bei den im Gasthaus "Zum goldenen Engel" durchgeführten Sitzungen stand die Garde stets auf festen Füßen. Auch bei Maskenbällen wirkte die junge Garde voll mit. In damaligen Presseberichten wurde zwar lückenhaft über den Mombacher Carneval Verein berichtet, noch weniger aber über die Garde. Es ist aber davon auszugehen, dass während der aktiven Zeit des Mombacher Carneval Vereins die Garde voll einsatzfähig war.

In Mombach wurde um die Jahrhundertwende aktiv Fassenacht gefeiert. Insgesamt 15 Carnevals-Vereinigungen waren in der Zeit von 1882 bis 1909 bekannt. Diese gestalteten mehr oder Weniger das Fassenachtsgeschehen. Es gab aber auch Vereine, die nur ein Jahr existierten.

1899 wurde die Garde des Mombacher Carneval Vereins in der Presse letztmalig erwähnt. Der Mombacher Carneval Verein legte zu dieser Zeit ebenfalls eine Pause ein.

Durch den 1914 ausbrechenden 1. Weltkrieg kam das Vereinsleben gänzlich zum erliegen. Auch nach Beendigung des Krieges dauerte es weitere 5 Jahre bis sich einige Aktive des Mombacher Carneval Vereins am Stammtisch im Vereinslokal "Zum goldenen Engel" trafen, um über die Neugründung zu reden. Durch einschneidende Beschränkungen des Versammlungsrechtes der französischen Besatzung war zunächst eine Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit verboten. Auch alle karnevalistischen Regungen wurden unterdrückt, denn jede Kritik konnte als Hochverrat ausgelegt werden. Maskenbälle wurden ebenfalls untersagt, konnten sich doch hinter den närrischen Masken vielleicht politische Umtriebe verstecken. Die Mombacher Carnevalisten betätigten sich daher in anderen Ortsvereinen, um die Geselligkeit wieder Aufzunehmen (Mombacher Gesangverein, Turnverein, Männergesangverein Sängerlust, Turngesellschaft, Schwimmclub Germania, Mandolinenclub usw.).

 

1925 - das Jahr der Erleichterung

Schlagartig setzte nicht nur in Mainz, sondern auch in Mombach das närrische Treiben wieder ein. Die ersten Maskenbälle fanden statt, an den Stammtischen trafen sich die alten Narren wieder, um die Traditionen des Brauchtums wieder offiziell fortzuführen. Erstmals nach dem Krieg veranstaltete der Mombacher Gesangverein im Jahre 1926 eine Damensitzung in der Turnhalle, der Gesangverein Liederkranz eine solche im Saalbau.

Am 22.11.1926 berichtete der Mainzer Anzeiger:

Der neugegründete Mombacher Carneval Verein hielt im Lokal Staab seine erste ordentliche Generalversammlung ab. Außer einer tatkräftigen Vereinsleitung wurde ein närrisches Komitee für die diesjährigen karnevalistischen Veranstaltungen bestellt.Vereinspräsident war Nikolaus Mumm.

Der Verein war sehr rege, denn bereits am 8.1.1927 fand die erste Sitzung statt. Aus dem Eröffnungslied (verfasst von Vitus Freber) geht hervor, dass bei der Garde im Jahre 1890 zum letzten Mal zum Appell geblasen wurde.

 

Der Mombacher Carneval Verein beendete mit dem Aschermittwoch 1927 siegreich die erste Schlacht auf dem närrischen Felde. Viele junge und jüngste Büttenredner und eine kleine Zahl der Gründer von 1886 des Mombacher Carneval Vereins bestanden die erste Feuertaufe mit Auszeichnung. Dank der guten Organisation und der reichen Erfahrung der älteren Mitglieder, konnte man auf eine erfolgreiche Kampagne zurückblicken. Einige Komiteemitglieder stellten jedoch fest, dass in der ersten Kampagne, trotz der gelungenen Veranstaltungen etwas fehlte. Eine gewonnene Schlacht ist noch lange kein gewonnener Feldzug. Dazu gehören eben Soldaten und nochmals Soldaten. Ohne diese kann der beste Feldherr keinen längeren Feldzug wagen. Aus dieser Erkenntnis wurde am Aschermittwoch 1927 die "allgemeine Mobilmachung" aller wehrhaften Kämpfer zur Verteidigung des närrischen Komitee's von dem Kriegsrat des Mombacher Carneval Vereins für die Kampagne 1927 befohlen. Um die Tradition der Garde des Mombacher Carneval Vereins fortzusetzen, wurde beschlossen, erneut eine Garde ins Leben zu rufen. Ein selbständiger Verein mit dem Namen:

 

Mombacher Prinzengarde

 

Mit Feuereifer stürzte sich ein mit einer gewissen Kommandogewalt ausgestatteter Kreis von wahrhaften Fassenachtern in die erforderliche Aufrüstungsarbeit. Zu diesem Kreis gehörten:

Franz Bissinger, Hermann Eppstein, Heinrich Freber, Vitus Freber, Philipp Kirchner, Adolf Kohl, Hans Lembens, Michel Mehl, Adam Poggel, Josef Reitz, Peter Weingärtner und Nicolaus Wolf.

Der zur Mobilmachung ergangene Befehl war ein einziger Erfolg. Es meldeten sich viele Taugliche, leider mussten aber auch viele Untaugliche zurückgestellt werden. Im Laufe des Jahres 1927 wurde fieberhaft an der Aufrüstung der Garde gearbeitet. Eine bei dem Finanzminister des Mombacher Carneval Vereins aufgenommene Anleihe, die zur Beschaffung von Uniformen und Ausrüstung dienen sollte, wurde durch Spenden, die alle Erwartungen übertrafen, weit überzeichnet.

Bei der Mitgliederversammlung Ende Oktober 1927 wurde folgender Vorstand gewählt:

 

1. Vorsitzender: Philipp Kirchner

2. Vorsitzender: Peter Weingärtner

Schriftführer: Hans Lembens

Schatzmeister: Heinrich Oehl

Beisitzer: Seppel Reitz, Adolf Kohl, Nicolaus Wolf

 

Die Gardisten wurden zusammengestellt, das Kommando ausgelost. Das Los zum Kommandeur fiel auf Adolf Kohl. Mit den Felddienstübungen (am Stammtisch) wurde begonnen. Bei der närrischen Generalversammlung am 11.11.1927 konnte General Adolf Kohl, damals noch im schlichten Zivil, melden, dass mit dem Einsatz der Mombacher Prinzengarde in Uniform in der Kampagne 1928 gerechnet werden kann. Bei der ersten Sitzung des Jahres 1928 war es dann soweit. Unter großem Jubel in der prall gefüllten Narrhalle zog erstmals die neuuniformierte Garde mit dem Komitee des Mombacher Carneval Vereins ein. General Adolf Kohl (von Schneiderhöhn) gab dem Sitzungspräsidenten folgende Meldung:

 

Der Generalissimus ist auf Grund des Mob.-Befehls zum diesjährigen Feldzug gegen das Mucker- und Philistertum mit den Streitern seiner Majestät des Prinzen Carneval; zur Verteidigung des närrischen Komitees vollzählig angetreten.

 

Nach feierlicher Vereidigung durch den Präsidenten setzte sich die Garde unter den Klängen des Narrhallamarsches vom Podium ab und bezog die Feldquartiere. Bereits im Jahre 1928 entwickelte die Mombacher Prinzengarde eigene Initiativen. So konnte am 5. Februar 1928 im Lokal Staab ein eigener Rekrutenmaskenball, der sehr gut besucht war, veranstaltet werden. Gegen 22 Uhr marschierte die Garde geschlossen im Tanzlokal auf. Es folgte eine Polonaise, die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Das volle Haus legte Zeugnis ab von dem großen Interesse, das man der Mombacher Prinzengarde entgegenbrachte.

 

Im Jahr 1928 wurde in Mainz-Mombach eine weitere Garde gegründet: Die Mombacher Bacchus Garde. Initiator dieser Gründung war Albert Poggel. Dieser übernahm die Funktion des ersten Vorsitzenden. Als weiter Vorstandsmitglieder wurden genannt: Peter Laufersweiler und Edmund Kamp. Leider liegen nicht sehr viele Informationen über diesen Verein vor. Im Jahre 1935 löste sich der Verein wieder auf. Die Aktiven und die Uniformen wurden von der Mombacher Prinzengarde übernommen. Ob politische Motive an der Auflösung schuld waren, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Nach dem Jahre 1928 wuchs die Mombacher Prinzengarde immer mehr in ihre eigentliche Aufgabe hinein. So berichtet der Chronist über die großen Leistungen des Jahres 1929.

Bei 30 Grad Kälte hielt die Garde in der Kampagne gut durch. Bei dem Fassenachtszug am Dienstag ist es der Garde gelungen, eine eingefrorene Bauchtrommel ihres Musikcorps durch das Anhauchen von 33 alkoholgetränkten Gardistenkehlen wieder aufzutauen und einsatzfähig zu machen.

In den Jahren 1930 bis 1935 erlebte der gesamte Mombacher Carneval und somit auch die Mombacher Prinzengarde, durch gelungene Sitzungen, Maskenbälle besondere Höhepunkte. Auch der Straßenkarneval war zu dieser Zeit besonders gut belebt. Die närrischen Rekruten wurden jeweils an Fassenachtssamstag an der Turnhalle vereidigt. Die Untersuchung führte der Stabsarzt der Garde Franz Bissinger alias "Dr. Unblutig" durch. Adolf Kohl führte das Kommando von 1927 bis 1935. Ursache seines Rücktritts war der Zusammenschluss mit der Bacchus Garde. Auch einige Aktive der Mombacher Prinzengarde sind zum damaligen Zeitpunkt aus dem aktiven Geschehen ausgeschieden. Ab dem Jahre 1936 übernahm Nicolaus Wolf die Kommandogewalt. Sein närrischer Name war: General Nico von Wolsschluchthausen.

1936 stellte die Garde erstmalig eine Eskorte zu einer Sitzung des Mainzer Carneval Vereins. Auch die Mainzer Traditionsgarden waren vertreten, so dass ein farbenprächtiges Bühnenbild gegeben war. Im Feldquartier angekommen, beanstandete der kommandierende Offizier der Mainzer Ranzengarde die Uniformen der Mombacher Prinzengarde. Bei einer genauen Gegenüberstellung wurde festgestellt, dass eine täuschende Ähnlichkeit gegeben war. Um in Zukunft Verwechslungen auszuschließen, kam die Mombacher Prinzengarde dem Wunsch der Mainzer Ranzengarde nach und änderte durch Beschluss der Generalversammlung die Uniformen.

Am 11.11.1936 erhielt der Verein die erste Standarte. Der Entwurf stammte von Peter Laufersweiler. Diese Standarte fertigten Fräulein Sophie Sohns und Herr Theo Vogt an. Mit der Standarte marschierte die Garde bis zum Jahre 1939 bei närrischen Sitzungen, Fassenachtsumzügen in Mainz und Mombach. Der Rosenmontagszug 1938, das 100 jährige Jubiläum des Mainzer Carneval Vereins, war ein Höhepunkt, auch für die Mombacher Prinzengarde. Durch den zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) erlitt die Mombacher Prinzengarde erhebliche Verluste. So mussten 25 aktive Mitglieder für Volk und Vaterland ihr Leben lassen. Einen weiteren Schlag erlitt der Verein am 18. Dezember 1944. Durch Bombenabwurf wurde das Vereinslokal "Turnhalle" in Schutt und Asche gelegt, wobei das gesamte Vereinsinventar sowie alle Uniformen durch Brand vernichtet wurden.

Nach Beendigung des Krieges erging durch die französischen Besatzungstruppen ein Verbot, wonach jegliche Vereinstätigkeit untersagt war. Trotzdem fanden sich im Jahre 1946 wieder einige Vereinskameraden zusammen und versuchten, den Verein wieder aufzurichten. Albert Poggel (Vorsitzender), Willi Wolf, Peter Laufersweiler, Heinrich Deichmann, Hermann Eppstein, Jakob Wetz, Julius Neumann, Seppel Odenbach trafen sich in einem Keller, um die Arbeit wieder für den Verein aufzunehmen. Josef Menke führte mit der französischen Stadtkommandantur den Schriftwechsel über die Wiederzulassung des Vereins. Die offizielle Erlaubnis zur Wiederaufnahme wurde im Jahre 1948 erteilt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Stoffe beschafft (geschrottelt) und neue Uniformen gefertigt. Bei der ersten Nachkriegssitzung des Mombacher Gesangvereins (Veranstaltungsort Schulturnhalle) konnte die Garde bereits mit neun Uniformierten das Komitee auf die Bühne geleiten. Danach ging es ständig aufwärts. Im Jahre 1949 wurde das Hauptquartier der Garde im Gasthaus "Zur Krimm" aufgeschlagen. In diesem Saal fanden auch die Sitzungen des Mombacher Carneval Vereins und des Männergesangvereins "Sängerlust" statt. Da die Garde aber nur mit harter Währung weiterkommen konnte, beschloss der Vorstand eigene Veranstaltungen durchzuführen. Ab dem Jahre 1949 veranstaltet die Garde närrische Generalappelle, Kreppelkaffees, Maskenbälle. Die Garde eskortierte bei Sitzungen des Mombacher Carneval Vereins bei Sitzungen Mainzer und befreundete Vereine in Rheinhessen. 1952 wurde Willi Peter zum Vorsitzenden der Garde gewählt, Albert Poggel zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In diesem Jahr gab es noch eine besondere Kuriosität. Von den vorhandenen Offizieren war keiner bereit, das Kommando zu übernehmen. Man suchte daher mit einer Anzeige in der Allgemeinen Zeitung Mainz einen neuen General. Zum Erstaunen aller meldete sich Franz Ferber, der in Mombach als Schuhmachermeister seinen Beruf ausübte. Der Vorstand beschloss, Franz Ferber als General zu verpflichten.

Das war in der Geschichte der Garde das erste Mal, dass ein General per Zeitungsanzeige gesucht hatte. Sein närrischer Titel war :

General Franz von Ferber zu Schuhmachersburg

Nach der Satzung und der Gardedienstordnung - diese besteht bereits seit 1927 - kann zwar jeder den Offiziersrang erreichen, Voraussetzung ist jedoch, dass er 11 Jahre aktiv in Uniform bei der Garde mitwirkte. Dieser Grundsatz wurde damals nicht eingehalten, so dass Unruhe im Aktivenkorps ausbrach. Das führte dazu, dass nach der Kampagne 1953 verursacht durch Austritte von Franz Ferber und Albert Poggel eine neue Garde in Mombach entstand, die "Mombacher Maletengarde".

Der Mitgliederverlust konnte schnell wieder ausgeglichen werden und nach alter Tradition wurde Hermann Eppstein als Generalfeldmarschall mit dem Kommando der Garde betraut wurde. 1953 trat der unter der Leitung von Nikolaus Lenges stehende Spielmannszug der Mombacher Prinzengarde zum letzten Mal auf. Der Grund war darin zu sehen, dass sich kein Nachwuchs mehr zur Verfügung stellte. Nochmalige Versuche, diesen Zug am Leben zu erhalten, scheiterten, obwohl sich der neue Stabführer Willi Opitz erdenkliche Mühe gab.

Im Jahre 1954 übergab das Mitglied Adam Poggel dem Vorstand der Garde die Originalfederzeichnung aus dem Jahre 1887 von Peter Schüler. Adam Poggel erklärte, dass die Garde des Mombacher Carneval Vereins erstmals im Jahre 1886 gegründet wurde. Die Mombacher Prinzengarde - ebenfalls aus dem Mombacher Carneval Verein gegründet - sei demzufolge der direkte Nachfolger der Garde des Mombacher Carneval Vereins und habe das Recht, das erste Gründungsdatum zu übernehmen.

Auf Antrag von Adam Poggel wurde einstimmig beschlossen, das Gründungsjahr auf 1886 festzulegen.

Der Mombacher Carneval Verein (Die Bohnebeitel) recherchierten ebenfalls. Der im Jahre 1954 noch lebende Gründer Georg Friedrich Mumm (seit 1927 Ehrenmitglied des Mombacher Carneval Vereins) bestätigte die damalige Gründung des Mombacher Carneval Vereins und der Garde des Mombacher Carneval Vereins im Jahre 1886. Er übergab das Originalbild, das Georg Friedrich Mumm als General der Garde des Mombacher Carneval Vereins zeigt, als weiteren Beweis. Der Mombacher Carneval Verein änderte ebenfalls das Gründungsjahr auf 1886.

Nachdem der Spielmannszug nicht mehr existierte, wurde der Wunsch geäußert, einen Fanfarenzug zu gründen. Bei der närrischen Generalversammlung im Jahre 1953 konnten 6 Fanfarenbläser das Eröffnungssignal bringen. Unter der Leitung von Karlheinz Mumm wuchs der Zug schnell. Die Garde konnte nunmehr wieder mit eigenen Musik in das närrische Feld ziehen.

In den Jahren 1956 und 1957 bestand zwischen der Mombacher Prinzengarde und dem Fanfarenzug Hechtsheim eine Spielgemeinschaft. Bei dem rheinhessischen Landesturnfest konnte der gesamte Zug unter der Leitung von Albert Hafner die TSG Eintracht Mombach in Mainz Gonsenheim musikalisch mit 99 Mann begleiten. 1957 war die Ausbildung soweit fortgeschritten, dass man sich auf Wettstreite wagen konnte. Bei dem Wettstreit der Spielmanns- und Fanfarenzüge 1958 in Wörrstadt konnte sogar der 1. Preis in der C-Klasse (reine Fanfarenzüge) entgegengenommen werden. <BR>In diesem Zeitabschnitt konnte sich die Garde bei den Schlachten in Mombach, Mainz und Bingen immer bewähren.

Ein besonderes Ereignis:

1959 wurde die Bundesdeutsche Handballnationalmannschaft Weltmeister. Der Torhüter der TSG Eintracht Mombach stand bei dem entscheidenden Spiel der Nationalmannschaft im Tor. Nach Rückkehr wurde ein großer Bahnhof für Dieter Nau inszeniert. Die Mombacher Prinzengarde stand zum Empfang mit dem Fanfarenzug bereit. Es folgte ein Umzug durch die Straße von Mombach.

Am 29. Januar 1961 feierte man das 75 jährige Jubiläum in der Turnhalle. An dieser Feier wurden sehr viele Gäste aus Nah und Fern begrüßt. Besonders der damalige Oberbürgermeister Franz Stein. Eine Jubiläumssitzung krönte dieses Fest.

Das Vereinslokal "Zur Krimm" wurde baupolizeilich gesperrt. Die Garde war daher gezwungen, ein neues Vereinsheim zu finden. Im Jahre 1955 wechselte man in das Turnerheim über, mit der Maßgabe, dass demnächst eine Halle errichtet wird. Bei diesem Hallenneubau setzte auch die Mombacher Prinzengarde Arbeitskräfte ein. Nach Fertigstellung konnte nun der Kammerverwalter mit stolz im Jahre 1961 auf eine eigene Kammer blicken. Jetzt standen auch die entsprechenden Räumlichkeiten für närrische Veranstaltungen zur Verfügung.

Im Jahre 1962 wurde das Kommando der Garde dem Generalmajor Henricus von Deich und zu Mann Ritter der Burg Leisberg übergeben.

Bis zum Jahre 1971 war Heinrich Deichmann Kommandeur. In diesem Zeitraum wuchs die Anzahl der Veranstaltungen von Jahr zu Jahr. Es kam sogar soweit, dass man Termine bei befreundeten Vereinen absagen musste, da nicht genügend Gardisten hierfür vorhanden waren.

1963

In der Kommandositzung am 11. Februar 1963 wurde einstimmig der Beschluss gefasst, im Zuge der Emanzipation auch weibliche Wesen in den närrischen Dienst zu berufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Garde Frauen nur als Marketenderinnen, deren Aufgabe es war, für das leibliche Wohl der Gardisten und Offiziere zu sorgen, zugelassen. Die Chefmarketenderin Anneliese Mehler wurde zur ersten Kommandeuse der Mombacher Prinzengarde ernannt.

Im Jahre 1972 übernahm das Kommando der weiblichen Truppe Frau Helma Schmitt (Kommandeuse Helma von Schmitt, Selztalgräfin auf Burg Stadecken zu Elsheim bei Aurea Moguntia). Heute kann die Garde mit Stolz auf das aktive Frauencorps blicken. Die Uniformen wurden den Traditionsuniformen angepasst. Die Kopfbedeckung besteht allerdings aus weißer Perücke und weißem Dreispitz mit rot-weiß-blau-gelbem Federbusch.

Im Jahre 1966 konnte die Garde das achtzigjährige Bestehen feiern. Aus diesem Anlass fand eine große Gemeinschaftssitzung mit der TSG Eintracht Mombach statt. Es handelte sich um die erste Damensitzung in der neuerrichteten Eintrachthalle. In den folgenden Jahren veranstaltete die Garde nur Maskenbälle.

1971

1971 vollzog sich ein Kommandowechsel. Neuer Kommandeur wurde Generalfeldmarschall "Don Alfredo von Schneider, Edler vom Fuchsbau, Ritter der Sudergass".

Alfred Schneider mußte nach der Kampagne 1975 aus Gesundheitsgründen aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Auch in diesen Jahren wuchs die Garde, insbesondere das Frauencorps.

Am 4. Januar 1975 erhielt die Mombacher Prinzengarde eine neue Standarte. Diese zeigt auf der einen Seite das Mainzer Stadtwappen und das neue Ortswappen von Mombach. Dieses neue Ortswappen wurde erstmalig in eine Vereinsfahne aufgenommen. Nach der Fahnenweihe folgte ein närrisches Programm mit Tanz. Eine wohlgelungene Veranstaltung. An diesem Tage wurde allen Gästen eine Reproduktion der Federzeichnung von 1887 überreicht.

1976 war das Jahr des neunzigjährigen Jubiläums.

Am 31. Januar 1976 fand in der Eintrachthalle eine Jubiläumssitzung statt, die vom Sitzungspräsidenten Franz Bartel ganz hervorragend geleitet wurde. Die Eintrachthalle war bis zum letzten Platz gefüllt. Vorträge, Zwiegespräche und lustige Lieder folgten in bunter Reihenfolge und ließen die Lachmuskeln der frohen Narrenschar kaum zur Ruhe kommen.

1976

Die Garde marschierte ab 1976 unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Peter von Laufersweiler, Ritter von Budenheim. Unter dessen Leitung nahm die Garde in den Jahren 1976 bis 1984 an 55 Fassenachtsumzügen teil. Neujahrsumzüge in Mainz, Erstürmungen der Bürgermeistereien Mombach und Budenheim, Kindermaskenzüge Mainz, Fassenachtssonntagszüge in Ingelheim, Finthen, Bretzenheim, Marienborn, Rosenmontagszüge in Mainz und Schissmelledienstagszüge in Mombach.

Die Garde kämpfte gegen Mucker und Philister bereits vor den Toren von Mombach - nach dem Motto. Wir halten den Ort sauber.

So entwickelte sich eine sehr enge Freundschaft mit dem Carneval Club Budenheim. Der moderne Fanfarenzug und die Garde eskortierte seit 1976 bei fast allen Veranstaltungen des CCB.

Die Mombacher Prinzengarde versucht mit allen anderen Vereinen in Mombach und der näheren Umgebung in einem guten Einverständnis zusammenzuleben. So entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zu vielen Carnevalsvereinen, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Bei diesen Vereinen stellt die Garde Eskorten oder den modernen Fanfarenzug bei Sitzungen zur Verfügung. Seit 1982 stellt die Garde auch dem Mainzer Carneval Verein Eskorten, auch für die Fernsehsitzungen, ab.

In den Jahren 1976 bis 1979 und 1981 bis 1982 veranstaltete die Garde in der Eintrachthalle Maskenbälle. Durch rückläufige Besucherzahlen verlegte man sich auf die Veranstaltung von Sitzungen. 1980 die Erste, seit 1983 wird jedes Jahr eine Gardesitzung veranstaltet.

1982 erste aktives Mitgestalten des Mombacher Straßenfestes, seit dieser Zeit jedes Jahr.

Im Jahre 1983 wählte die Zugplakettenkommision des Mainzer Carneval Vereins die Uniform der Mombacher Prinzengarde für die Zugplaketten, die zur finanziellen Unterstützung des Rosenmontagszuges verkauft werden, aus.

Durch die positive Entwicklung, die mittlerweile durch Einsatz moderner Musikinstrumente und das Arrangement der Teilnehmer am Fanfarenzug möglich wurden, war aus dem Fanfarenzug über den modernen Fanfarenzug zu einem Musikzug herangewachsen, der überall großes Ansehen genoss.

Zu Ende der Kampagne 1984 schied der bewährte Generalfeldmarschall Peter Laufersweiler aus dem aktiven Dienst aus. Er wurde mit vollen Bezügen pensioniert und bei der Jahreshauptversammlung 1985 zum Ehrengeneralfeldmarschall der Garde ernannt.

1985

In der neunundneunzig-jährigen Kampagne führte Josef Pfeffermann als altgedienter Offizier das Kommando. Generalfeldmarschall Josefus der Starke von Pfeffermann, Großfürst der Feste Budenheim wurde auf die Fahne vereidigt.

Das im Jahre 1986 folgende 100 jährige Jubiläum wurde ebenfalls, wie alle Veranstaltungen vorher ein voller Erfolg.

 

Gründung eines "Närrischen Rates" 1986.

1991 Ausfall der Fassenachtsveranstaltungen durch Kriegsereignisse in Irak

1996 Neugründung eines Landsknecht-Trommlerkorps zur Wiederbelebung alter Traditionen

1997 111-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Aktivitäten:

  • Zahlreiche Ehrengäste der akademischen Feier werden durch Schnee und Eis an der Teilnahme verhindert. Trotzdem eine sehr gelungene Veranstaltung.
  • Die Jubiläumssitzung verzeichnet wieder sehr gute Resonanz.
  • An Fastnachtsdienstag wird begleitend zum Schissmelle-Dienstagszug in Mombach Geburtstag gefeiert.

Nach der erfolgreichen Kampagne nutzen einige Vorstandsmitglieder die Jahreshauptversammlung, um die Vereinsführung in jüngere Hände zu legen. Mit dem Wechsel des ersten Vorsitzenden geht eine Ära zu Ende. Dieter Deichmann, der diesen Amt fast ununterbrochen seit 1966 inne hatte, legt sein Amt nieder, so wie er es schon 2 Jahre vorher angekündigt hatte. Er wird einstimmig zum Ehrenvorsitzenden neben Karlheinz Mumm ernannt.

Den Vorsitz übernimmt Dieter Meuser.

Die Garde wird in Zukunft unter Dieter Meuser wie in der Vergangenheit unter der Führung von allen anderen Vorsitzenden und Kommandeuren gegen Mucker und Philister kämpfen. Dies auch schon vor den Toren von Mombach - nach dem Motto: Wir halten unseren Ort sauber

Hierbei sind besondere Umzüge zu nennen:

Seit einigen Jahren Teilnahme einer Abordnung an den Karnevalsveranstaltungen des CCC in Calpe/Spanien.

Seit 1996 Teilnahme am Karnevalsumzug in Schiltigheim bei Straßburg (Carneval Club Bock Bleue).

Am 21. Januar 2001 erfolgt ein Kommandowechsel. Dieter Deichmann (Excellenz Generalfeldmarschall Dieter von Deich und zu Mann, Graf von Sudergaßhausen, Hin und Herzog von Mumbach zu Hexem) wird neuer Generalfeldmarschall

2006 tritt Dieter Meuser von dem Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Kurt Mumm übernimmt in der Mitgliederversammlung am 06.05.2006 dieses Amt und somit die Führung des Vereines.

2007

11 x 11 jähriges Jubiläum. In diesem Jahr haben sich die Mitglieder unseres Fastnachtswagens einen neuen Wagen gebaut. Er fährt ab diesem Jahr als Narrenschiff, mit dem Namen “STOLZ VON MOMBACH” an den Umzügen mit. Die Mombacher Prinzengarde verfügt dadurch auch über eine Marine.

2009

Gründung eines Gardeballettes.

Dieses Ballett ist eine Erweiterung der Garde. Es präsentierte sich erstmals an der Kampagneneröffnung, am 14.November 2009 einem begeisterntem Publikum.

2011

Die Mombacher Prinzengarde feiert ihr 125 jähriges Jubiläum.

 

Fortsetzung folgt

Nächste Veranstaltungen

Sa Jan 27, 2018 @18:33 -
Große Gardesitzung
So Jan 28, 2018 @13:33 -
Jubiläumsumzug in Alsheim
Sa Feb 10, 2018 @13:11 -
AKK-Umzug
Sa Feb 10, 2018 @14:11 -
Jugendmaskenzug
So Feb 11, 2018 @11:11 -
Parade der närrischen Garden
So Feb 11, 2018 @14:11 -
46. Lindwurm durch Ober-Ingelheim
Mo Feb 12, 2018 @11:11 -
Rosenmontagsumzug
Di Feb 13, 2018 @14:33 -
Schissmelleumzug

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